Was kostet Mitarbeitergewinnung für Arzt- und Zahnarztpraxen?

Was Stellenbörsen, Social Recruiting, Personalvermittlung und eine unbesetzte Stelle eine Arzt- oder Zahnarztpraxis kosten, mit Rechenbeispielen für MFA und ZFA.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Kosten der Mitarbeitergewinnung hängen vor allem vom gewählten Weg ab: Stellenbörse, Social Recruiting oder Personalvermittlung.
  • Eine Stellenanzeige bei StepStone kostet laut Listenpreis ab rund 1.450 € netto für 30 Tage. Indeed rechnet seit März 2024 pro begonnener Bewerbung ab.
  • Personalvermittler berechnen meist einen Anteil am Jahresbruttogehalt. Bei einer MFA im ersten Berufsjahr sind 20 bis 30 Prozent rund 7.000 bis 10.600 €.
  • Eine unbesetzte Stelle kostet die Praxis häufig mehr als die Suche selbst, weil Behandlungszeit und Umsatz verloren gehen.

Was Mitarbeitergewinnung kostet, hängt vor allem vom Weg ab, den eine Praxis wählt. Eine Anzeige auf einer großen Stellenbörse kostet einige hundert bis einige tausend Euro. Personalvermittler berechnen meist einen Anteil am Jahresgehalt der neuen Mitarbeiterin. Social Recruiting kombiniert ein Honorar mit einem Werbebudget. Dazu kommen in jedem Fall interne Kosten für Bewerbungsgespräche und Einarbeitung.

Dieser Beitrag zeigt die Kostenmodelle der gängigen Wege mit Rechenbeispielen für MFA und ZFA. Er erklärt außerdem, warum die unbesetzte Stelle oft der größte Kostenblock ist. Autor ist Sebastian Weidner, Gründer von Rankingdocs. Wir unterstützen seit 2018 Arzt- und Zahnarztpraxen bei der Mitarbeitergewinnung.

Die Kostenmodelle im Überblick

Weg Kostenmodell Erreicht vor allem
Jobbörse der Bundesagentur, eigene Karriereseite kostenlos oder geringe Kosten aktiv Suchende
Kommerzielle Stellenbörsen Festpreis je Anzeige oder Abrechnung nach Bewerbungen aktiv Suchende
Social Recruiting Honorar für die Betreuung plus Werbebudget fest angestellte Fachkräfte, die wechseln würden
Personalvermittlung und Headhunter erfolgsabhängiges Honorar, meist ein Anteil am Jahresgehalt Kandidaten aus dem Netzwerk des Vermittlers
Zeitarbeit Stundensatz für die Überlassung kurzfristige Überbrückung

Die meisten MFA und ZFA sind fest angestellt und suchen nicht aktiv nach einer neuen Stelle. Wege, die nur aktiv Suchende erreichen, sind deshalb günstig, bringen in vielen Regionen aber zu wenige passende Bewerbungen.

Stellenbörsen

Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist für Arbeitgeber kostenlos. Auch Indeed bietet kostenlose Anzeigen an. Mehr Reichweite erhalten Praxen dort mit gesponserten Anzeigen. Seit dem 1. März 2024 rechnet Indeed in Deutschland dafür pro begonnener Bewerbung ab und nicht mehr pro Klick.

StepStone arbeitet mit Festpreisen je Anzeige. Laut Listenpreisen von Mitte 2026 kostet eine Einzelanzeige mit 30 Tagen Laufzeit rund 1.450 € netto, die größeren Pakete mit längerer Laufzeit kosten mehr. Über Wiederverkäufer sind Rabatte möglich.

Für die Kosten pro Einstellung zählt am Ende, wie viele passende Bewerbungen eine Anzeige bringt. Für MFA und ZFA ist die Zahl aktiv suchender Fachkräfte in vielen Regionen sehr klein. Eine Anzeige, die ohne passende Bewerbung ausläuft, ist teuer, auch wenn ihr Preis niedrig war.

Social Recruiting

Beim Social Recruiting werden Stellenanzeigen als Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram ausgespielt. Sie erreichen gezielt Fachkräfte im Umkreis der Praxis, auch wenn diese gerade nicht suchen. Die Kosten bestehen aus zwei Teilen: einem Honorar für Konzeption, Anzeigen und Betreuung und einem Werbebudget, das direkt an Meta geht.

Wie hoch beides ausfällt, hängt von der Stelle, der Region und der Laufzeit ab. Achten Sie bei Angeboten darauf, dass Honorar und Werbebudget getrennt ausgewiesen werden. So sehen Sie, welcher Teil tatsächlich in Reichweite fließt. Wie sich Social Recruiting von der Arbeit eines Headhunters unterscheidet, beschreiben wir im Beitrag Social Recruiting vs. Headhunter.

Personalvermittlung und Headhunter

Personalvermittler und Headhunter arbeiten meist erfolgsabhängig. Sie berechnen einen Anteil am Jahresbruttogehalt der vermittelten Person, am Markt üblich sind etwa 20 bis 30 Prozent. Manche Anbieter verlangen zusätzlich eine Pauschale zu Beginn der Suche.

Ein Rechenbeispiel: Eine MFA im ersten Berufsjahr verdient nach dem Tarif 2026 2.939,59 € im Monat, also rund 35.300 € im Jahr. Ein Honorar von 20 bis 30 Prozent entspricht rund 7.000 bis 10.600 €. Bei einer erfahrenen ZMP oder einer Praxismanagerin liegt der Betrag entsprechend höher.

Prüfen Sie vor der Beauftragung, ob der Vermittler auf medizinische Berufe spezialisiert ist und eigene Kandidaten hat. Fragen Sie außerdem, ob es eine Nachbesetzungsregel gibt, falls die neue Mitarbeiterin in der Probezeit geht.

Interne Kosten

Jeder Weg verursacht Aufwand in der Praxis. Bewerbungen müssen gesichtet und Gespräche geführt werden, oft kommt ein Probearbeitstag dazu. Nach der Einstellung folgt die Einarbeitung, in der eine erfahrene Kollegin einen Teil ihrer Zeit investiert.

Diese Stunden fallen oft bei der Praxisinhaberin oder der Praxismanagerin an und damit bei den teuersten Arbeitsstunden der Praxis. Ein strukturierter Bewerbungsprozess und eine gute Einarbeitung senken diesen Aufwand deutlich.

Kosten pro Einstellung berechnen

Um Wege fair zu vergleichen, lohnt eine einfache Rechnung: Externe Kosten plus interne Stunden mal Stundensatz, geteilt durch die Zahl der tatsächlichen Einstellungen. Eine teure Kampagne mit drei Einstellungen kann günstiger sein als mehrere billige Anzeigen ohne Ergebnis.

Halten Sie dafür fest, über welchen Kanal jede Bewerbung kommt und welche Bewerbungen zu einer Einstellung führen. Nach zwei oder drei Besetzungen sehen Sie, welcher Weg für Ihre Praxis funktioniert.

Die unbesetzte Stelle ist oft der größte Kostenblock

Solange eine Stelle offen ist, fehlen der Praxis Behandlungszeit und Umsatz. Das verbleibende Team fängt die Arbeit mit Überstunden auf, und diese Belastung erhöht das Risiko weiterer Kündigungen. Zahnmedizinische Fachangestellte sind laut Bundesagentur für Arbeit der Beruf mit dem größten Fachkräfteengpass, eine ausgeschriebene Stelle bleibt im Schnitt mehr als vier Monate offen.

Unser Vakanzkostenrechner multipliziert das Bruttomonatsgehalt mit der Dauer der Vakanz und einem Faktor für die Bedeutung der Stelle. Bei einer ZFA mit 2.620 € Tarifgehalt, vier Monaten Vakanz und dem Faktor 1,5 ergeben sich rund 15.700 €. Im Vergleich dazu sind die Kosten einer gezielten Suche meist überschaubar, wenn sie die Stelle schneller besetzt.

So unterstützt Rankingdocs

Rankingdocs gewinnt seit 2018 Fachkräfte für Arzt- und Zahnarztpraxen. Wir bauen für Praxen einen eigenen Bewerberpool in der Region auf und vermitteln bei akutem Bedarf Kandidatinnen aus unserem bundesweiten Pool. Welcher Weg für Ihre Stelle passt und welche Kosten dafür anfallen, klären wir in der kostenlosen Erstberatung. Unser Vorgehen stellen wir auf der Seite Mitarbeiter gewinnen vor.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet es, eine MFA oder ZFA zu finden?

Das hängt vom Weg ab. Eine Stellenanzeige auf einer großen Jobbörse kostet einige hundert bis einige tausend Euro. Personalvermittler berechnen meist einen Anteil am Jahresbruttogehalt, häufig 20 bis 30 Prozent. Bei Social Recruiting fallen ein Honorar für die Agentur und ein Werbebudget an.

Was kostet eine Stellenanzeige bei StepStone oder Indeed?

StepStone nennt für eine Einzelanzeige mit 30 Tagen Laufzeit einen Listenpreis ab rund 1.450 € netto (Stand Mitte 2026). Indeed bietet kostenlose Anzeigen an und berechnet bei gesponserten Anzeigen seit März 2024 die begonnenen Bewerbungen.

Was kostet ein Headhunter für eine Arztpraxis?

Personalvermittler und Headhunter arbeiten meist erfolgsabhängig und berechnen einen Anteil am Jahresbruttogehalt der vermittelten Person. Am Markt üblich sind etwa 20 bis 30 Prozent, bei einer MFA im ersten Berufsjahr also rund 7.000 bis 10.600 €.

Was kostet eine unbesetzte Stelle in der Praxis?

Unser Vakanzkostenrechner multipliziert das Bruttomonatsgehalt mit der Dauer der Vakanz und einem Faktor für die Bedeutung der Stelle. Bei einer ZFA mit 2.620 € Tarifgehalt, vier Monaten Vakanz und dem Faktor 1,5 ergeben sich rund 15.700 €.

Welcher Weg ist für Praxen am günstigsten?

Kostenlose Kanäle wie die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit sind günstig, erreichen aber fast nur aktiv Suchende. Entscheidend sind die Kosten pro tatsächlicher Einstellung und die Zeit, bis die Stelle besetzt ist.

Sebastian Weidner
Über den AutorSebastian Weidner

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.

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