- In der Zahnmedizin gibt es ausgebildete Fachkräfte, die meisten sind jedoch fest angestellt und suchen nicht aktiv nach einer neuen Stelle.
- Social Recruiting erreicht diese passiven Bewerber und ist einer von drei Wegen neben der Direktvermittlung und dem Personalmarketing.
- Eine glaubwürdige Arbeitgebermarke mit echten Bildern aus der Praxis überzeugt mehr als ein perfekt inszenierter Auftritt.
- Ein Bewerbungsweg ohne Anschreiben und Lebenslauf und ein schneller persönlicher Kontakt senken die Hemmschwelle für einen Wechsel.
Viele Zahnarztpraxen suchen seit Monaten nach einer ZFA, einer ZMP oder einer Verwaltungskraft. Auf der anderen Seite berichten Fachangestellte von fehlender Wertschätzung, niedriger Bezahlung und schlechtem Arbeitsklima, und ein Teil von ihnen verlässt den Beruf. Beide Seiten sind unzufrieden, obwohl sie einander brauchen.
Praxen mit fairer Vergütung und gutem Umgang im Team haben in dieser Lage einen Vorteil. Sie müssen ihn allerdings sichtbar machen, und zwar dort, wo Fachkräfte ihn wahrnehmen. Kammeranzeige, Arbeitsagentur und Jobportal helfen dabei nur begrenzt, weil sie fast ausschließlich Menschen erreichen, die gerade suchen. Dieser Beitrag beschreibt, welche Wege der Mitarbeitergewinnung Zahnärzten offenstehen und worauf es bei der Umsetzung ankommt. Im Mittelpunkt stehen Social Recruiting, die Arbeitgebermarke und der Umgang mit Bewerberinnen, die noch in einer anderen Praxis arbeiten.
Social Recruiting als Kanal der Mitarbeitergewinnung für Zahnärzte
Stellenanzeigen sind von der Zeitung über Online-Jobbörsen und Praxiswebsites in die sozialen Medien gewandert. Social Recruiting bedeutet, dass eine Praxis ihr Stellenangebot als Anzeige auf Facebook und Instagram schaltet. Dort verbringen viele Menschen einen Teil ihrer Freizeit, auch solche, die nie eine Jobbörse aufrufen würden.
Der Unterschied zur klassischen Anzeige liegt in der Reichweite. Eine Zeitungsanzeige oder ein Eintrag im Jobportal erreicht nur, wer gerade sucht. Eine Anzeige im Feed wird im Umkreis der Praxis auch Fachkräften gezeigt, die eine Stelle haben.
Hinzu kommt die Weiterempfehlung. Wer selbst nicht zur Zielgruppe gehört, kann die Anzeige mit zwei Klicks an eine Freundin oder Verwandte schicken, die in einer Zahnarztpraxis arbeitet. Ein Teil der Bewerbungen kommt auf diesem Weg zustande.
Social Recruiting hat auch Grenzen. Eine Anzeige erzeugt Aufmerksamkeit, aber keine Bewerbung, wenn das Angebot der Praxis nicht überzeugt oder der Weg zur Bewerbung zu lang ist. Außerdem endet die Wirkung mit dem Budget, sofern die gewonnenen Kontakte nicht gesichert werden. Deshalb ordnen wir den Kanal in ein größeres Vorgehen ein.
Drei Wege der Mitarbeitergewinnung für Zahnarztpraxen
Für Zahnarztpraxen arbeiten wir mit drei Wegen. Social Recruiting ist dabei ein Kanal und kein eigenständiges Konzept.
- Eigener Bewerberpool: Die Praxis spricht kontinuierlich Fachkräfte aus der Region an. Die Bewerbungen werden vorqualifiziert und gespeichert, sodass sich Kontakte später reaktivieren lassen. Social Recruiting liefert hierfür den größten Teil der Kontakte.
- Direktvermittlung: Bei akutem Bedarf erhält die Praxis Kandidatenvorschläge aus unserem bundesweiten Kandidaten-Pool. Das spart Zeit, wenn eine Stelle unerwartet frei wird.
- Personalmarketing aus einer Hand: Arbeitgeber-Imagefilm, Social Media, Employer Branding und Karriereseite prägen das Bild der Praxis als Arbeitgeber.
Welcher Weg im Vordergrund steht, hängt von der Dringlichkeit ab. Eine Praxis mit stabilem Team und gelegentlichem Bedarf beginnt meist mit Pool und Personalmarketing. Eine Praxis, in der gerade zwei Assistenzen fehlen, braucht zuerst Kandidatenvorschläge und baut den Pool parallel auf. Für eine konkrete ZFA-Stelle finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Darstellung im Beitrag ZFA finden.
Digitalisierung im Recruiting: Arbeitgebermarke und Empfehlungen
Reichweite in sozialen Medien bringt wenig, wenn die Praxis dort aussieht wie jede andere. Neben den Anzeigen entscheiden zwei weitere Faktoren über den Erfolg: das Employer Branding und persönliche Empfehlungen.
Eine Arbeitgebermarke entsteht aus den Werten, die in der Praxis gelten, und aus einem Erscheinungsbild, das dazu passt. Sie beantwortet einer Fachkraft die Frage, ob sie dort arbeiten möchte, und sie beeinflusst, ob jemand die Anzeige weiterleitet. Drei Punkte kennzeichnen nach unserer Erfahrung eine gelungene Umsetzung.
Empfehlungen wirken in beide Richtungen. Zufriedene Mitarbeiterinnen erzählen im Freundeskreis und in der Berufsschule von ihrer Praxis, unzufriedene ebenfalls. In sozialen Medien geschieht dasselbe öffentlich, etwa wenn eine ZFA die Stellenanzeige ihrer Praxis teilt oder kommentiert. Die Arbeitgebermarke lässt sich deshalb nicht vom tatsächlichen Umgang im Team trennen.
Authentizität schlägt Perfektionismus
Legen Sie fest, wofür Ihre Praxis als Arbeitgeber steht, und prüfen Sie, ob das im Alltag eingehalten wird. Werte, die nur auf der Website stehen, erkennt eine neue Mitarbeiterin in der ersten Woche.
Für Anzeigen und Beiträge heißt das: Verwenden Sie eigene Fotos und Videos mit Ihrem Team und verzichten Sie auf Bildmaterial aus Datenbanken. Aufnahmen vom Teamausflug oder vom gemeinsamen Frühstück vermitteln Zusammenhalt besser als gestellte Szenen im Behandlungszimmer. Kleine Unvollkommenheiten schaden dabei nicht. Ein Handyvideo, in dem eine Mitarbeiterin frei über ihren Arbeitstag spricht, wirkt oft glaubwürdiger als ein aufwendig geschnittener Clip.
Ein makelloser Auftritt verschafft heute keinen Vorsprung mehr. Bewerberinnen vergleichen ihn mit Google-Bewertungen, Kommentaren und dem, was Bekannte über die Praxis erzählen. Fällt beides auseinander, verliert die Praxis an Glaubwürdigkeit.
Der erste Eindruck der Praxis als Arbeitgeber
Authentizität und ein professionelles Erscheinungsbild schließen sich nicht aus. Eine Anzeige wird im Feed nur einen Augenblick lang wahrgenommen, deshalb muss die Gestaltung in diesem Moment stimmen. Achten Sie auf drei Dinge:
- Die Gestaltung entspricht dem, was Ihre Zielgruppe von einem modernen Arbeitgeber erwartet.
- Farben und Schrift passen zum übrigen Auftritt der Praxis, damit die Anzeige wiedererkannt wird.
- Bild und Text vermitteln, dass neue Kolleginnen und Kollegen willkommen sind.
Den dritten Punkt erreichen Sie mit Anzeigentexten, die Ihre Werte und konkrete Arbeitgeberleistungen nennen. Formulierungen wie „gutes Betriebsklima“ helfen wenig, weil sie in jeder Anzeige stehen. Aussagekräftiger sind überprüfbare Angaben, zum Beispiel zu Arbeitszeitmodellen, Fortbildungen oder Urlaubsregelungen. Eine neue Praxiswebsite ist dafür nicht erforderlich. Es genügt eine einzelne Karriereseite, auf die Ihre Anzeigen verlinken und die deutlich schneller erstellt ist als eine komplette Website. Ergänzend lässt sich eine automatisierte Vorqualifizierung einsetzen, die Interessenten direkt nach dem Klick einige Fragen stellt.
Passive Bewerber aktiv ansprechen
Der Begriff Fachkräftemangel ist in der Zahnmedizin etwas ungenau. Ausgebildete Fachkräfte gibt es, der größte Teil arbeitet aber bereits in einer anderen Praxis und sucht nicht aktiv. Man spricht von passiven Bewerbern.
Eine feste Stelle bedeutet nicht, dass jemand zufrieden ist. Viele unzufriedene Fachkräfte würden wechseln und zögern trotzdem. Die bekannte Stelle gibt Sicherheit, und niemand garantiert ihnen, dass es in der neuen Praxis besser wird. Wer seit Jahren im selben Team arbeitet, gibt außerdem vertraute Kolleginnen und eingespielte Abläufe auf.
Diese Zweifel lassen sich auf zwei Arten verringern. Zum einen zeigt die Praxis glaubwürdig, was eine Bewerberin bei ihr erwartet. Zum anderen macht sie die Bewerbung so einfach wie möglich. Je länger der Weg bis zum ersten Kontakt dauert, desto wahrscheinlicher bricht die Interessentin ab.
Verlangen Sie deshalb im ersten Schritt weder Anschreiben noch Lebenslauf. Einige vorqualifizierende Fragen reichen für eine erste Einschätzung aus. Rufen Sie geeignete Bewerberinnen danach zeitnah an, hören Sie zu, was sie an ihrer jetzigen Stelle stört, und beschreiben Sie konkret, wie es in Ihrer Praxis geregelt ist. Ein Probearbeitstag gibt beiden Seiten danach die nötige Sicherheit für die Entscheidung.
Mitarbeitergewinnung für Zahnärzte mit Rankingdocs
Soziale Medien machen Arbeitgeber durchschaubarer als früher. Praxen, die ihr Team gut behandeln, profitieren davon, sobald sie es zeigen. Rankingdocs unterstützt Zahnarztpraxen seit 2018 dabei, mit einem eigenen Bewerberpool, mit Direktvermittlung aus unserem bundesweiten Kandidaten-Pool und mit Personalmarketing aus einer Hand. Wir arbeiten ausschließlich für das Gesundheitswesen und sind offizieller Netzwerkpartner der apoBank. Einzelheiten zum Vorgehen finden Sie auf der Seite Mitarbeiter gewinnen, Erfahrungsberichte von Zahnarztpraxen unter Referenzen.
Häufige Fragen
Was ist Social Recruiting für Zahnarztpraxen?
Die Praxis schaltet Stellenangebote als Anzeigen auf Facebook und Instagram. Dort sehen sie auch Fachkräfte, die fest angestellt sind und keine Jobportale nutzen.
Welche Wege der Mitarbeitergewinnung gibt es für Zahnärzte?
Praxen können einen eigenen Bewerberpool aufbauen, bei akutem Bedarf auf eine Direktvermittlung zurückgreifen und ihr Personalmarketing mit Imagefilm, Social Media und Karriereseite ausbauen.
Wer sind passive Bewerber?
Passive Bewerber sind Fachkräfte, die in einer anderen Praxis beschäftigt sind und nicht aktiv suchen. Viele von ihnen wären bei einem überzeugenden Angebot zu einem Wechsel bereit.
Warum sollte die Bewerbung ohne Anschreiben möglich sein?
Wer unsicher ist, ob ein Wechsel richtig ist, lässt sich von einer aufwendigen Bewerbung leicht abhalten. Wenige vorqualifizierende Fragen genügen für einen ersten Eindruck, alles Weitere klärt das persönliche Gespräch.
Braucht eine Zahnarztpraxis eine neue Website für das Recruiting?
Nein. Eine einzelne Karriereseite, auf die die Anzeigen verlinken, reicht für den Anfang aus und ist deutlich schneller erstellt als eine komplette Website.

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.
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