- Bewerber informieren sich auf Website, Social Media und Bewertungsportalen über eine Zahnarztpraxis, bevor sie sich bewerben.
- Eine Arbeitgebermarke entsteht durch echte Einblicke in den Praxisalltag und durch Mitarbeiter, die selbst zu Wort kommen.
- Social Media erreicht auch fest angestellte Fachkräfte, die keine Stellenanzeigen lesen.
- Employer Branding und Mitarbeiterbindung gehören zusammen, weil zufriedene Mitarbeiter die Arbeitgebermarke glaubwürdig machen.
Employer Branding heißt auf Deutsch Arbeitgebermarkenbildung. Gemeint ist das Bild, das Fachkräfte von Ihrer Zahnarztpraxis als Arbeitgeber haben. Weil ZFA, ZMP und andere Fachkräfte heute zwischen mehreren Praxen wählen können, beeinflusst dieses Bild, ob Sie Bewerbungen erhalten. Die folgenden acht Tipps zeigen, wie Sie das Employer Branding Ihrer Zahnarztpraxis stärken.
Warum Employer Branding für Zahnarztpraxen wichtig ist
Viele Fachkräfte bewerben sich nicht, weil sie nicht einschätzen können, wie es ist, in Ihrer Praxis zu arbeiten. Kandidaten sehen sich deshalb Ihre Website und Ihre Social-Media-Kanäle an, bevor sie Kontakt aufnehmen. Was sie dort finden, prägt den ersten Eindruck. Praxen mit einer erkennbaren Arbeitgebermarke erhalten Bewerbungen leichter und mit weniger Aufwand als Praxen, über die online nichts zu erfahren ist.
1. Praxiskultur mitteilen
Beschreiben Sie, wie in Ihrer Praxis gearbeitet wird und was Ihnen im Umgang miteinander wichtig ist. Der passende Ort dafür ist eine eigene Karriereseite auf Ihrer Praxiswebsite, ergänzt durch Ihre Social-Media-Kanäle. Fehlen diese Informationen, springen Interessenten ab, weil sie sich kein Bild machen können. Worauf Bewerber auf einer Praxiswebsite achten, beschreiben wir im Beitrag zur Zahnarzt-Website.
2. Einen Blick hinter die Kulissen geben
Zeigen Sie auf Social Media, was in Ihrer Praxis neben der Behandlung passiert. Geeignet sind Neuigkeiten aus dem Team, Fortbildungen, Praxisevents oder das Format „Ein Tag im Leben einer Mitarbeiterin“. Wichtig ist, dass die Einblicke echt sind. Gestellte Szenen erkennen Fachkräfte schnell, und sie wecken Erwartungen, die der erste Arbeitstag nicht erfüllt.
3. Mitarbeiter als Markenbotschafter einbinden
Lassen Sie Ihre Mitarbeiter selbst zu Wort kommen, zum Beispiel in kurzen Interviews oder Porträts. Geben Sie ihnen den Freiraum, aus persönlicher Sicht von ihrem Arbeitstag zu erzählen. Solche Beiträge wirken glaubwürdiger als jede Beschreibung durch die Praxisleitung. Gut geeignet sind kurze Videos auf TikTok oder als Instagram Reels sowie Video-Statements auf Ihrer Karriereseite.
4. Bewertungsportale pflegen
Bevor Interessenten eine Bewerbung abschicken, lesen sie auf Portalen wie Kununu, was andere über Ihre Praxis als Arbeitgeber schreiben. Bitten Sie zufriedene Mitarbeiter um eine ehrliche Bewertung. Antworten Sie auch auf kritische Kommentare, bedanken Sie sich für die Rückmeldung und fragen Sie nach, was nicht gefallen hat.
Auch Google-Bewertungen werden von Fachkräften gelesen, obwohl sie überwiegend von Patienten stammen. Ein guter Bewertungsschnitt bestätigt den ersten Eindruck, den Website und Social Media vermitteln.
5. Social Media und Jobbörsen richtig einordnen
Auf Jobbörsen wie Stepstone oder Indeed erreichen Sie Menschen, die aktiv nach einer Stelle suchen. Auf Instagram sind dagegen viele qualifizierte Fachkräfte unterwegs, die bereits in einer Praxis angestellt und für einen Wechsel offen sind. Diese Fachkräfte lesen keine Stellenanzeigen. Viele scheuen eine aktive Suche, weil sie ihrem aktuellen Arbeitgeber gegenüber loyal bleiben wollen.
Machen Sie diesen Kandidaten den ersten Schritt leicht. Verzichten Sie im ersten Kontakt auf Anschreiben und Lebenslauf und bieten Sie eine kurze, vertrauliche Kontaktmöglichkeit an. Als Zahnarztpraxis sollten Sie mindestens auf Instagram vertreten sein. Ein zusätzlicher TikTok-Kanal kann die Reichweite bei jüngeren Fachkräften und Auszubildenden erhöhen.
6. Mitarbeiterbindung stärken
Eine Arbeitgebermarke ist nur glaubwürdig, wenn das bestehende Team gern in der Praxis arbeitet. Dazu tragen bezahlte Fortbildungen, eine übertarifliche Bezahlung und Teamevents bei, ebenso Wertschätzung und Vertrauen im Alltag. Ob Ihre Gehälter zur Region passen, können Sie mit unserem Gehaltsrechner für ZFA prüfen.
Weitere Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung sind regelmäßige Feedbackgespräche, anonyme Mitarbeiterbefragungen und Zusatzleistungen mit langfristigem Nutzen, zum Beispiel eine betriebliche Krankenversicherung. All das können Sie anschließend nach außen zeigen.
7. Alleinstellungsmerkmal definieren
Überlegen Sie, was Ihre Praxis als Arbeitgeber von anderen unterscheidet. Das kann eine moderne Ausstattung sein, ein Bonussystem, bezahlte Weiterbildungen oder ein besonderes Angebot zur Mitarbeitergesundheit. Nennen Sie diese Vorteile konkret auf Ihrer Karriereseite und in Ihren Stellenanzeigen.
Sehen Sie sich auch an, wie sich andere Praxen in Ihrer Region als Arbeitgeber darstellen. So erkennen Sie, wo Sie sich abheben und welche Leistungen in Ihrer Umgebung bereits üblich sind. Unser Leitfaden zur Arbeitgeberpositionierung unter Gratis-Downloads hilft bei dieser Einordnung.
8. Social Recruiting als Kanal nutzen
Social Recruiting bezeichnet die Personalgewinnung über soziale Medien. Es verbindet die bisherigen Tipps, weil Ihre Arbeitgebermarke dort gezielt den Fachkräften in Ihrer Region gezeigt wird. Für sich allein löst Social Recruiting den Personalbedarf einer Praxis aber selten dauerhaft. Wir arbeiten deshalb mit drei Wegen, die sich ergänzen.
Der erste Weg ist ein eigener Bewerberpool. Die Praxis erreicht kontinuierlich passende Fachkräfte aus der Region, auch fest angestellte, die Bewerber werden vorqualifiziert und lassen sich bei späterem Bedarf erneut ansprechen. Social Recruiting ist dafür ein Kanal. Der zweite Weg ist die Direktvermittlung aus unserem bundesweiten Kandidaten-Pool, die bei akutem Bedarf schnell Kandidatenvorschläge liefert. Der dritte Weg ist Personalmarketing aus einer Hand mit Arbeitgeber-Imagefilmen, Social Media und Karriereseite.
Employer Branding als laufende Aufgabe
Employer Branding ist kein einmaliges Projekt. Die Arbeitgebermarke entwickelt sich mit jedem neuen Teammitglied, jeder Bewertung und jedem Beitrag weiter. Praxen, die ihr Arbeitsumfeld pflegen und offen darüber berichten, gewinnen leichter Personal und halten es länger. Ein stabiles Team kommt am Ende auch den Patienten zugute.
So unterstützt Rankingdocs Ihre Zahnarztpraxis
Wir arbeiten seit 2018 ausschließlich für das Gesundheitswesen und sind offizieller Netzwerkpartner der apoBank. Erste qualifizierte Bewerbungen gehen in der Regel 10 bis 14 Tage nach Projektstart ein, im Durchschnitt ist eine Stelle nach 25 bis 30 Tagen besetzt. Welcher der drei Wege zu Ihrer Praxis passt, lesen Sie unter Mitarbeiter gewinnen. Erfahrungsberichte anderer Praxen finden Sie in unseren Referenzen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Employer Branding für eine Zahnarztpraxis?
Employer Branding bedeutet, die Praxis als Arbeitgeber mit einem klaren Profil zu zeigen. Bewerber sollen vor der Bewerbung erkennen, wie es ist, in der Praxis zu arbeiten.
Warum ist Employer Branding für Zahnarztpraxen wichtig?
Viele Kandidaten prüfen Website, Social Media und Bewertungen, bevor sie sich bewerben. Praxen mit einer erkennbaren Arbeitgebermarke erhalten leichter Bewerbungen.
Welche Social-Media-Kanäle eignen sich für Zahnarztpraxen?
Instagram ist für Zahnarztpraxen der wichtigste Kanal, um Einblicke in den Praxisalltag zu geben. Kurze Videos, etwa auf TikTok oder als Instagram Reels, eignen sich gut für Mitarbeiterporträts.
Wie gehe ich mit kritischen Arbeitgeberbewertungen um?
Antworten Sie sachlich, bedanken Sie sich für die Rückmeldung und fragen Sie bei Kritik nach. Bewerber sehen daran, dass die Praxis Rückmeldungen ernst nimmt.
Was ist Social Recruiting?
Social Recruiting bezeichnet die Personalgewinnung über soziale Medien. Es erreicht auch Fachkräfte, die fest angestellt sind und nicht aktiv nach einer Stelle suchen.

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.
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