Angestellten Zahnarzt finden: So gewinnen Praxen Zahnärzte und Vorbereitungsassistenten

Wie Zahnarztpraxen einen angestellten Zahnarzt oder Vorbereitungsassistenten finden: Erwartungen, Direktvermittlung, Personalmarketing, Ablauf und Genehmigung.

Das Wichtigste in Kürze
  • Immer mehr Zahnärzte arbeiten angestellt. Ende 2023 waren es laut KZBV 18.817 einschließlich der Zahnärzte in MVZ, während die Zahl der Vertragszahnärzte sank.
  • Angestellte Zahnärzte und Vorbereitungsassistenten sind ein Hebel für Wachstum, weil mehr Behandlungszeit für Schwerpunkte wie Implantologie oder Prothetik entsteht.
  • Zahnärzte achten bei der Stellenwahl auf Fortbildung, eigene Schwerpunkte, Teilzeit, Team und eine faire Beteiligung am Umsatz.
  • Die Beschäftigung von Vorbereitungsassistenten und angestellten Zahnärzten in einer Vertragszahnarztpraxis braucht eine Genehmigung. Zuständig sind KZV und Zulassungsausschuss.

Einen angestellten Zahnarzt oder Vorbereitungsassistenten finden Praxen heute am besten über die direkte Ansprache. Die Zahl der angestellten Zahnärzte wächst zwar, gute Kandidaten können sich ihre Praxis aber aussuchen. Wer eine Stelle mit klarer Perspektive bietet und passende Zahnärzte gezielt anspricht, besetzt sie deutlich schneller als mit einer Stellenanzeige.

Als Gründer von Rankingdocs habe ich viele Zahnarztpraxen bei der Suche nach Personal begleitet, von der ZFA bis zum angestellten Zahnarzt. In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrungen dazu, was Zahnärzte von einer Stelle erwarten, welche Wege funktionieren und was Sie bei KZV und Zulassungsausschuss beachten müssen.

Immer mehr Zahnärzte arbeiten angestellt

Die zahnärztliche Versorgung verändert sich. Nach dem Geschäftsbericht der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), über den die Ärzte Zeitung berichtete, sank die Zahl der zugelassenen Vertragszahnärzte Ende 2023 um 2,6 Prozent auf 44.052. Die Zahl der angestellten Zahnärzte stieg dagegen. Einschließlich der Zahnärzte in medizinischen Versorgungszentren waren es 18.817.

Viele junge Zahnärzte möchten nach der Vorbereitungszeit erst einmal angestellt arbeiten. Sie scheuen die hohen Investitionen einer Gründung oder wollen zuerst Erfahrung sammeln und Schwerpunkte aufbauen. Für Sie als Praxisinhaber ist das die Gelegenheit, die Praxis zu vergrößern, ohne einen Partner aufzunehmen.

Warum angestellte Zahnärzte ein Hebel für Wachstum sind

In vielen Praxen, die ich kenne, ist der Inhaber selbst der Engpass. Er behandelt den ganzen Tag Kontrollen und Füllungen und hat wenig Zeit für die Behandlungen, die wirtschaftlich am meisten bringen. Ein angestellter Zahnarzt kann einen Teil der allgemeinen Zahnheilkunde übernehmen. Der Inhaber gewinnt Zeit für Schwerpunkte wie Implantologie, hochwertigen Zahnersatz oder Aligner.

Dazu kommen längere Öffnungszeiten und eine bessere Auslastung der Behandlungszimmer. Ein angestellter Zahnarzt kann außerdem ein möglicher Nachfolger sein. Wer seine Praxis in einigen Jahren abgeben möchte, lernt so einen Kandidaten im Alltag kennen.

Damit sich die Stelle rechnet, brauchen Sie ausreichend Patienten, ein freies Behandlungszimmer und genug Assistenzpersonal. Fehlt eine ZFA, steht auch der neue Zahnarzt still. Wie Sie das Team ergänzen, lesen Sie im Beitrag ZFA finden.

Was Zahnärzte von einer Stelle erwarten

Zahnärzte vergleichen Angebote genau. In unseren Gesprächen geben diese Punkte am häufigsten den Ausschlag:

  • Fortbildung: Junge Zahnärzte möchten sich weiterentwickeln, zum Beispiel in Implantologie, Endodontie oder Parodontologie. Ein Fortbildungsbudget und freie Tage für Kurse sind ein starkes Argument.
  • Eigene Schwerpunkte: Viele möchten nicht dauerhaft nur Füllungen legen. Die Aussicht, einen eigenen Schwerpunkt aufzubauen, macht eine Stelle attraktiv.
  • Arbeitszeit: Teilzeit und planbare Arbeitszeiten sind für viele Zahnärztinnen und Zahnärzte wichtig, besonders mit Familie.
  • Vergütung: Neben dem Grundgehalt ist eine Beteiligung am Umsatz verbreitet. Sie sollte transparent geregelt und leicht nachvollziehbar sein.
  • Einarbeitung und Team: Vorbereitungsassistenten erwarten einen Ansprechpartner, der Fragen beantwortet und schwierige Fälle mit ihnen bespricht. Eine eingespielte Assistenz erleichtert den Start.
  • Perspektive: Gute Kandidaten fragen früh nach einer möglichen Partnerschaft oder Übernahme.

Je konkreter Ihre Stellenbeschreibung diese Punkte beantwortet, desto leichter überzeugen Sie Kandidaten im ersten Gespräch.

Drei Wege zu einem angestellten Zahnarzt

Bei Fachkräften wie ZFA arbeiten wir mit einem eigenen Bewerberpool über Social Recruiting, der Direktvermittlung aus unserem Kandidaten-Pool und durchgängigem Personalmarketing. Bei Zahnärzten verschieben wir die Gewichtung, weil es pro Region nur wenige passende Kandidaten gibt.

Direktvermittlung

Bei der Direktvermittlung sucht ein spezialisierter Partner gezielt nach Zahnärzten, die zu Ihrer Stelle passen, und spricht sie vertraulich an. So erreichen Sie auch Zahnärzte, die fest angestellt sind und keine Stellenanzeigen lesen. Das ist der schnellste Weg, wenn eine Stelle zu einem festen Termin besetzt sein soll. Marktüblich wird eine Vermittlung über ein Honorar abgerechnet, das sich am Bruttojahresgehalt orientiert.

Personalmarketing und Social Recruiting

Zahnärzte informieren sich vor einem Wechsel online über die Praxis. Eine Karriereseite mit Bildern der Praxis, Angaben zum Team und zur Ausstattung sowie eine klare Beschreibung der Stelle machen Ihre Praxis greifbar. Mit Social Recruiting erscheinen Anzeigen mit Bildern und Videos Ihrer Praxis in sozialen Netzwerken. Sie erreichen dort auch Zahnärzte in der Vorbereitungszeit, die sich für die Zeit danach orientieren. Was eine Zahnarztpraxis als Arbeitgeber ausmacht, beschreiben wir im Beitrag Mitarbeitergewinnung für Zahnarztpraxen.

Kontakte zu Universitäten und Studiengruppen

Vorbereitungsassistenten finden viele Praxen über Kontakte zu den zahnmedizinischen Fakultäten, über Famulaturen oder Vorträge vor Studierenden. Auch regionale Studiengruppen und Qualitätszirkel sind gute Orte, um junge Zahnärzte kennenzulernen. Dieser Weg braucht Vorlauf. Dafür kommen über ihn oft Kandidaten, die Ihre Praxis schon kennen.

Die Vorbereitungszeit und die Genehmigung durch die KZV

Wer als Vertragszahnarzt zugelassen werden möchte, muss nach § 3 der Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit nachweisen. Mindestens sechs Monate davon müssen als Assistent oder Vertreter bei einem Vertragszahnarzt abgeleistet werden. Viele junge Zahnärzte suchen deshalb nach dem Staatsexamen gezielt eine Praxis für diese Zeit.

Die Beschäftigung eines Vorbereitungsassistenten muss die Kassenzahnärztliche Vereinigung genehmigen. Die Einzelheiten regeln die Richtlinien der jeweiligen KZV. Nach der Assistentenrichtlinie der KZV Berlin darf ein Vertragszahnarzt mit vollem Versorgungsauftrag zum Beispiel einen Vorbereitungsassistenten in Vollzeit oder zwei in Teilzeit beschäftigen. Der ausbildende Zahnarzt muss dort außerdem mindestens ein Jahr Berufserfahrung in Vollzeit nachweisen. Die Beschäftigung darf nicht dazu dienen, die Kassenpraxis zu vergrößern.

Für angestellte Zahnärzte nach der Vorbereitungszeit gelten eigene Regeln. Die Anstellung in einer Vertragszahnarztpraxis muss vom Zulassungsausschuss genehmigt werden. Wie viele Zahnärzte Sie anstellen dürfen und welche Unterlagen nötig sind, erfahren Sie bei Ihrer KZV. Planen Sie die Zeit für das Verfahren in Ihren Starttermin ein.

So läuft die Suche ab

Eine strukturierte Suche spart Zeit und verhindert Fehlbesetzungen. Ich empfehle diesen Ablauf:

  1. Bedarfsanalyse: Legen Sie fest, ob Sie einen Vorbereitungsassistenten oder einen erfahrenen Zahnarzt suchen, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten. Klären Sie auch Vergütungsmodell, Behandlungszimmer und Assistenz.
  2. Ansprache: Passende Kandidaten werden direkt angesprochen, unterstützt durch Karriereseite und Anzeigen in sozialen Netzwerken.
  3. Vorauswahl: In ersten Gesprächen prüfen Sie Qualifikation, Erfahrung, Wechselmotiv und Verfügbarkeit.
  4. Kennenlernen: Ein persönliches Gespräch und eine Hospitation in der Praxis zeigen, ob Zahnarzt und Team zusammenpassen.
  5. Vertrag und Genehmigung: Nach der Einigung stellen Sie den Antrag bei KZV oder Zulassungsausschuss und bereiten die Einarbeitung vor.

Melden Sie sich nach jedem Schritt innerhalb weniger Tage. Gute Kandidaten führen Gespräche mit mehreren Praxen und entscheiden sich oft für die Praxis, die am schnellsten und verbindlichsten reagiert.

Fehler, die die Suche verlängern

Einige Fehler sehe ich bei der Suche nach Zahnärzten immer wieder. Mit etwas Vorbereitung lassen sie sich vermeiden:

  • Unklares Vergütungsmodell: Wer im Gespräch keine konkrete Aussage zu Grundgehalt und Umsatzbeteiligung machen kann, wirkt unvorbereitet. Halten Sie ein nachvollziehbares Modell mit einer Beispielrechnung bereit.
  • Keine Zeit für die Einarbeitung: Vorbereitungsassistenten brauchen in den ersten Monaten Begleitung. Wenn der Inhaber dafür keine Zeit einplant, kündigen sie oft nach kurzer Zeit wieder.
  • Nur Vollzeit im Angebot: Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte möchten in Teilzeit arbeiten. Wer das ausschließt, verkleinert die Zahl der möglichen Kandidaten deutlich.
  • Zu späte Planung: Kündigungsfristen und Genehmigungsverfahren brauchen Zeit. Beginnen Sie die Suche mehrere Monate vor dem gewünschten Starttermin.
  • Fehlende Perspektive: Gute Zahnärzte möchten wissen, wie es nach zwei oder drei Jahren weitergeht. Sprechen Sie offen an, ob eine Partnerschaft oder eine Übernahme denkbar ist.

Wer diese Punkte vorab klärt, überzeugt im Gespräch und kommt schneller zur Zusage.

So unterstützen wir Sie

Mit Rankingdocs arbeiten wir seit 2018 ausschließlich für das Gesundheitswesen und betreuen viele Zahnarztpraxen. In der Direktvermittlung suchen wir gezielt nach angestellten Zahnärzten und Vorbereitungsassistenten und sprechen sie vertraulich an. Mit Personalmarketing und Social Recruiting machen wir Ihre Praxis als Arbeitgeber sichtbar. Für das Assistenzteam bauen wir zusätzlich einen eigenen Bewerberpool mit ZFA und ZMP auf. Für Facharztpraxen und MVZ beschreiben wir die Suche im Beitrag Facharzt finden. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie auf der Seite zur Mitarbeitergewinnung. Wenn Sie einen Zahnarzt oder Vorbereitungsassistenten suchen, besprechen wir in einer kostenlosen Erstberatung, wie wir für Ihre Praxis vorgehen würden.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen angestellten Zahnarzt für meine Praxis?

Am zuverlässigsten über eine Direktvermittlung, bei der passende Zahnärzte gezielt und vertraulich angesprochen werden. Ergänzend helfen Personalmarketing mit Karriereseite und Social Recruiting sowie Kontakte zu Universitäten und Studiengruppen.

Wie lange dauert die Vorbereitungszeit für Zahnärzte?

Für die Zulassung als Vertragszahnarzt ist nach § 3 der Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit erforderlich. Mindestens sechs Monate davon müssen bei einem Vertragszahnarzt abgeleistet werden.

Braucht man eine Genehmigung für einen Vorbereitungsassistenten?

Ja. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung muss die Beschäftigung genehmigen. Wie viele Assistenten ein Zahnarzt beschäftigen darf und welche Voraussetzungen gelten, regeln die Richtlinien der jeweiligen KZV.

Was erwarten junge Zahnärzte von einer Praxis?

Eine strukturierte Einarbeitung, Unterstützung bei Fortbildungen, die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte aufzubauen, flexible Arbeitszeiten und ein gutes Team. Viele fragen außerdem nach einer Beteiligung am Umsatz und nach einer langfristigen Perspektive in der Praxis.

Lohnt sich ein angestellter Zahnarzt wirtschaftlich?

In vielen Praxen ja. Ein angestellter Zahnarzt übernimmt Behandlungen und schafft dem Inhaber Zeit für umsatzstarke Schwerpunkte. Voraussetzung sind ausreichend Patienten, freie Behandlungszimmer und genügend Assistenzpersonal.

Sebastian Weidner
Über den AutorSebastian Weidner

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.

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