Rankingdocs-Studie: Warum Fachkräfte im Gesundheitswesen den Arbeitgeber wechseln

Die Rankingdocs-Studie wertet über 10.700 Bewerberprofile aus. Team und Zusammenarbeit sind der häufigste Grund für einen Jobwechsel im Gesundheitswesen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Auswertung von über 10.700 Bewerberprofilen zeigt: 72 Prozent nennen Team und Zusammenarbeit als Hauptgrund für einen Jobwechsel.
  • Vergütung und Sicherheit geben 19 Prozent als primären Wechselgrund an, Entwicklung und Perspektiven 3 Prozent.
  • 57 Prozent haben über 5 Jahre Berufserfahrung und 67 Prozent sind aktuell angestellt. Die stärkste Altersgruppe sind mit 34 Prozent die 25- bis 34-Jährigen.
  • 46 Prozent der Bewerber möchten per E-Mail kontaktiert werden, 30 Prozent per WhatsApp und 24 Prozent per Telefon.

Rankingdocs hat eine Analyse zu Wechselmotiven und Erwartungen medizinischer Fachkräfte im deutschsprachigen Gesundheitswesen veröffentlicht. Die Untersuchung basiert auf über 10.700 ausgewerteten Bewerberprofilen. Die Profile stammen aus digitalen Recruiting-Kampagnen und unseren eigenen Matching-Plattformen und wurden in den Monaten vor der Veröffentlichung im Dezember 2025 erhoben. Die Ergebnisse zeigen, worauf Praxen, Kliniken und MVZ als Arbeitgeber stärker achten müssen.

Die Wechselmotive im Überblick

Jede Bewerberin und jeder Bewerber wurde einem Hauptmotiv für den Wechsel zugeordnet. So verteilen sich die sechs Motivgruppen:

Motivgruppe Anteil
Team und Zusammenarbeit 72 %
Vergütung und Sicherheit 19 %
Entwicklung und Perspektiven 3 %
Planbarkeit und Vereinbarkeit 3 %
Sinn und Aufgabeninhalt 2 %
Arbeitsbedingungen und Organisation 1 %

Die Prozentangaben innerhalb der einzelnen Gruppen in den folgenden Abschnitten beziehen sich jeweils auf die Personen dieser Gruppe.

Teamgeist schlägt Gehalt

Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist eindeutig: Team und Zusammenarbeit sind mit Abstand der stärkste Grund für einen Jobwechsel. 72 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber nennen Zusammenhalt, offene Kommunikation oder wertschätzenden Umgang als ihren Hauptmotivator für eine berufliche Veränderung. Vergütung und Sicherheit folgen mit 19 Prozent weit dahinter.

Innerhalb dieser Gruppe nennen:

  • 53 Prozent Zusammenhalt und Teamgeist,
  • 27 Prozent offene Kommunikation und Vertrauen,
  • 20 Prozent Wertschätzung und respektvollen Umgang.

Das bestätigt, was viele Praxisinhaber aus der täglichen Personalführung kennen. Eine gute Arbeitsatmosphäre zieht Fachkräfte am stärksten an. Fehlt sie, ist das oft der Grund für eine Kündigung.

Vergütung ist wichtig, aber selten der Auslöser

Auch die Bezahlung spielt eine Rolle. Fachkräfte erwarten vor allem faire und nachvollziehbare Gehaltsstrukturen. Das maximale Gehalt steht seltener im Vordergrund.

Im Cluster Vergütung und Sicherheit nennen:

  • 61 Prozent Gehalt und Bezahlung,
  • 22 Prozent Bonus und Zusatzleistungen,
  • 17 Prozent Arbeitsplatzsicherheit.

In Summe ergibt das 19 Prozent aller Wechselmotive. Das ist ein relevanter, aber deutlich kleinerer Anteil als häufig angenommen. Unsere Interpretation: Bewerberinnen und Bewerber im Gesundheitswesen wissen, dass sich die Gehälter zwischen Arbeitgebern oft wenig unterscheiden. Sie erwarten Fairness und Klarheit, verlassen ihren Arbeitgeber aber meist aus anderen Gründen.

Entwicklung und Planbarkeit sind selten der Auslöser

Entwicklung und Perspektiven nennen 3 Prozent als Hauptgrund für ihren Wechsel. Innerhalb dieser Gruppe entfallen:

  • 54 Prozent auf Weiterbildung und Qualifizierung,
  • 31 Prozent auf Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten,
  • 15 Prozent auf persönliches Wachstum.

Ebenfalls 3 Prozent wechseln vor allem wegen Planbarkeit und Vereinbarkeit. Darunter nennen:

  • 49 Prozent flexible Arbeitszeiten,
  • 36 Prozent die Vereinbarkeit mit der Familie,
  • 15 Prozent die Work-Life-Balance allgemein.

Beide Themen lösen selten einen Wechsel aus. Für Arbeitgeber sind sie trotzdem nützlich. Wer klare Weiterbildungswege und verlässliche Arbeitszeiten bietet, kann sich bei Fachkräften, die ohnehin wechseln wollen, deutlich von anderen Praxen abheben.

Sinn und Aufgabeninhalt

Für 2 Prozent ist der Inhalt der Arbeit der Hauptgrund für einen Wechsel. In dieser Gruppe nennen 62 Prozent eine sinnvolle Tätigkeit und Patientennähe, 25 Prozent abwechslungsreiche Aufgaben und 13 Prozent mehr Eigenverantwortung.

Moderne Ausstattung ist eher ein Bonus

Das Cluster Arbeitsbedingungen und Organisation bildet mit 1 Prozent das Schlusslicht der Motivgruppen. Davon entfallen 57 Prozent auf moderne Ausstattung und 43 Prozent auf klare Strukturen und Abläufe.

Ausstattung ist demnach selten ein Wechselgrund. Wenn die anderen Faktoren stimmen, kann sie aber für einen neuen Arbeitgeber sprechen.

Erfahrung, Beschäftigungsstatus und Alter der Wechselwilligen

Die Auswertung zeigt auch, welche Fachkräfte über digitale Recruiting-Kampagnen erreicht werden.

Berufserfahrung:

  • über 5 Jahre: 57 Prozent
  • 3 bis 5 Jahre: 14 Prozent
  • 1 bis 3 Jahre: 16 Prozent
  • unter 1 Jahr: 12 Prozent
  • keine Erfahrung: 1 Prozent

67 Prozent der Interessierten sind aktuell angestellt, 33 Prozent sind es nicht.

Altersgruppen:

  • 18 bis 24 Jahre: 23 Prozent
  • 25 bis 34 Jahre: 34 Prozent
  • 35 bis 44 Jahre: 24 Prozent
  • 45 bis 54 Jahre: 13 Prozent
  • 55 bis 64 Jahre: 5 Prozent
  • 65 Jahre und älter: 1 Prozent

Die Mehrheit der Bewerber ist damit erfahren und steht in einem festen Arbeitsverhältnis. Diese Fachkräfte suchen meist nicht aktiv nach Stellenanzeigen und werden über gezielte Kampagnen erreicht. Für Praxen sind sie besonders wertvoll, weil sie sofort eingearbeitet werden können.

Wie Bewerber kontaktiert werden wollen

Ein weiterer Punkt betrifft die Kommunikation. Laut den Daten wünschen sich Bewerber:

  • 46 Prozent Kontakt per E-Mail,
  • 30 Prozent Kontakt per WhatsApp,
  • 24 Prozent Kontakt per Telefon.

Gut drei Viertel bevorzugen damit schriftliche Kanäle. Viele Kandidaten möchten zunächst niedrigschwellig ins Gespräch kommen, ohne sofortiges Telefonat und ohne aufwendige Bewerbungsunterlagen.

Bedeutung für Praxisinhaber und Kliniken

Die Analyse aus über 10.700 Datensätzen zeigt, dass Führung und Teamkultur beim Fachkräftemangel eine größere Rolle spielen als die Vergütung.

Für Arbeitgeber zählen vor allem diese Punkte:

  • ein funktionierendes Teamklima
  • transparente Prozesse und klare Kommunikation
  • planbare Arbeitszeiten
  • persönliche Entwicklungsmöglichkeiten
  • schnelle und einfache Kontaktwege im Bewerbungsprozess

Praxen und Kliniken, die diese Faktoren ernst nehmen, gewinnen leichter neue Mitarbeiter und halten ihr bestehendes Team länger. Anregungen zur Bindung des Teams finden Sie im Beitrag zur Mitarbeiterbindung für Zahnärzte.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Daten aus über 10.700 Bewerberprofilen zeigen, dass medizinische Fachkräfte vor allem wegen des Arbeitsklimas wechseln. Das Gehalt ist wichtig, aber selten der Grund, warum Menschen gehen. Im Wettbewerb um Fachkräfte im Gesundheitswesen haben deshalb Praxen mit guter Führung und einem wertschätzenden Team die besten Chancen.

Aktuelle Zahlen aus über 6.700 Bewerbungen der Jahre 2024 bis 2026, aufgeschlüsselt nach Berufsgruppen, finden Sie im Beitrag Bewerberdaten 2026.

Wie Rankingdocs die Ergebnisse in der Mitarbeitergewinnung nutzt

Rankingdocs gewinnt seit 2018 Mitarbeiter für Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen. Die Erkenntnisse aus der Auswertung fließen in unsere Arbeit ein. Wie wir Praxen bei der Besetzung offener Stellen unterstützen, lesen Sie auf der Seite Mitarbeiter gewinnen.

Häufige Fragen

Auf welcher Datenbasis beruht die Rankingdocs-Studie?

Die Untersuchung basiert auf über 10.700 ausgewerteten Bewerberprofilen aus digitalen Recruiting-Kampagnen und den eigenen Matching-Plattformen von Rankingdocs.

Was ist der häufigste Grund für einen Arbeitgeberwechsel im Gesundheitswesen?

Team und Zusammenarbeit. 72 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber nennen Zusammenhalt, offene Kommunikation und wertschätzenden Umgang als Hauptmotivator für eine berufliche Veränderung.

Welche Rolle spielt das Gehalt beim Jobwechsel?

Vergütung und Sicherheit geben 19 Prozent als primären Wechselgrund an. Innerhalb dieses Clusters entfallen 61 Prozent auf Gehalt und Bezahlung.

Wer reagiert laut Studie auf digitale Recruiting-Kampagnen?

57 Prozent haben über 5 Jahre Berufserfahrung und 67 Prozent sind aktuell angestellt. Die stärkste Altersgruppe sind die 25- bis 34-Jährigen mit 34 Prozent.

Wie möchten Bewerber kontaktiert werden?

46 Prozent wünschen sich Kontakt per E-Mail, 30 Prozent per WhatsApp und 24 Prozent per Telefon.

Sebastian Weidner
Über den AutorSebastian Weidner

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.

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