- Dentallabore verlieren erfahrene Zahntechniker an den Ruhestand, bilden weniger Nachwuchs aus und konkurrieren mit anderen Branchen um Fachkräfte.
- Printanzeigen und allgemeine Jobbörsen erreichen fest angestellte Zahntechniker nicht, weil diese keine Stellenangebote lesen.
- Labore können einen eigenen Bewerberpool aufbauen, bei akutem Bedarf die Direktvermittlung nutzen und sich über Personalmarketing als Arbeitgeber bekannt machen.
- Kurzvideos aus dem Laboralltag und Anzeigen auf Facebook und Instagram sind die wichtigsten Mittel für den Bewerberpool.
Die Nachfrage nach zahnmedizinischen Leistungen wächst, und mit ihr der Bedarf an Zahnersatz aus dem Labor. Dentallabore fertigen präzise zahntechnische Arbeiten, ohne die Zahnarztpraxen ihre Patienten nicht versorgen können. Gleichzeitig wird es für Laborinhaber schwieriger, Zahntechniker zu finden und zu halten. Dieser Beitrag beschreibt, woran das liegt und welche Wege der Mitarbeitergewinnung für Dentallabore funktionieren.
Personal finden als Dentallabor: Die Suche wird schwieriger
Nach Einschätzung des Verbands medizinischer Fachberufe wird der Mangel an Zahntechnikern in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Dafür gibt es mehrere Ursachen. Viele erfahrene Techniker nähern sich dem Ruhestand, und die Zahl der Auszubildenden in der Zahntechnik geht zurück.
Auf der anderen Seite steigt der Bedarf, weil die Bevölkerung älter wird und mehr Menschen auf ihre Zahngesundheit achten. Dentallabore konkurrieren deshalb mit anderen Laboren und zusätzlich mit Branchen, die handwerklich begabten Fachkräften attraktivere Bedingungen bieten.
Warum herkömmliche Methoden für die meisten Labore nicht mehr funktionieren
Stellenanzeigen in Printmedien erreichen nur noch einen Bruchteil der möglichen Bewerber. Allgemeine Online-Jobbörsen sind zu unspezifisch, um gezielt Zahntechniker anzusprechen. Ein Labor kann dort außerdem kaum zeigen, wie es arbeitet und was es als Arbeitgeber ausmacht.
Das größere Problem ist die Passivität dieser Methoden. Eine Anzeige wartet darauf, dass der richtige Kandidat sie findet. Gute Zahntechniker sind aber in der Regel fest angestellt und suchen nicht. Um sie zu erreichen, muss das Labor selbst auf sie zugehen und ihnen zeigen, warum sich ein Wechsel lohnen kann.
Drei Wege zu neuen Zahntechnikern
Für Dentallabore kommen drei Wege infrage, die wir auch in unseren Projekten einsetzen.
Eigener Bewerberpool. Das Labor spricht kontinuierlich Zahntechniker aus der Region an, auch jene in fester Anstellung. Interessenten werden vorqualifiziert und bleiben als Kontakt erhalten. Wird später eine weitere Stelle frei, lassen sie sich reaktivieren. Der Pool entsteht vor allem über Social Media, die folgenden Abschnitte gehen darauf ein.
Direktvermittlung. Fällt ein Techniker kurzfristig aus und Aufträge drohen liegen zu bleiben, schlagen wir Kandidaten aus unserem bundesweiten Kandidaten-Pool vor.
Personalmarketing aus einer Hand. Arbeitgeber-Imagefilm, Social-Media-Auftritt, Employer Branding und Karriereseite machen das Labor als Arbeitgeber sichtbar. Davon profitieren beide anderen Wege, weil Bewerber sich vor einer Zusage über das Labor informieren.
Social Media als Kanal für Dentallabore
Über Social Media erreicht ein Labor Zahntechniker, die keine Stellenbörsen nutzen. Bei der Umsetzung sind drei Punkte wichtig:
- Die passende Plattform wählen: Auf Meta (Facebook und Instagram) stellen wir die größte Überschneidung mit der Zielgruppe fest. Dort erreichen wir fast alle Berufsgruppen im Dentalbereich.
- Inhalte aus dem Labor zeigen: Einblicke in den Arbeitsalltag und Aussagen von Mitarbeitern kommen gut an. Auch eine Live-Fragerunde, in der Interessenten Fragen stellen können, ist möglich. Für Werbeanzeigen eignen sich vor allem Kurzvideos.
- Projekte und Neuerungen vorstellen: Zeigen Sie anspruchsvolle Arbeiten Ihres Teams und neue Verfahren, die Sie eingeführt haben. Techniker erkennen daran, dass sich das Labor fachlich weiterentwickelt.
Wie Social Recruiting bei dieser Berufsgruppe abläuft, beschreibt auch unser Beitrag Zahntechniker finden durch Social Recruiting.
Kurzvideos aus dem Laboralltag
Kurzvideos und Reels vermitteln, was eine Textanzeige nicht leisten kann. Zahntechnik ist präzise Handarbeit, die im Bild gut wirkt. Ein Video kann den Arbeitsplatz zeigen, Kollegen zu Wort kommen lassen und moderne Technologien und Verfahren im Labor vorstellen.
Videos mit Mitarbeitern haben einen zweiten Nutzen. Die Beteiligten teilen sie häufig im eigenen Umfeld, in dem sich oft weitere Zahntechniker befinden. Das unterstützt die Empfehlung durch das eigene Team nach dem Prinzip „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ und erhöht die Reichweite ohne zusätzliches Budget.
Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram
Mit Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram erreichen Labore mögliche Bewerber dort, wo diese einen großen Teil ihrer Online-Zeit verbringen. Sie bestimmen Region und Budget. Die Plattform zeigt die Anzeige Nutzern, die sich voraussichtlich für eine Stelle in der Zahntechnik interessieren.
Am besten funktionieren Anzeigen, die ein Kurzvideo aus dem Labor mit einer klaren Stellenbeschreibung verbinden. Sie bewerben die offene Stelle und stellen das Labor zugleich als modernen Arbeitsplatz vor. Fest angestellte Zahntechniker bewerben sich oft erst, nachdem sie mehrere Anzeigen eines Labors gesehen haben. Planen Sie die Kampagne deshalb über mehrere Wochen und wechseln Sie die Motive.
Automatisierte Vorqualifizierung der Kandidaten
In der Zahntechnik Zeitung haben wir beschrieben, warum Dentallabore die Bewerbung über einen Chat-Dialog führen sollten. Dieser Dialog ersetzt Anschreiben und Lebenslauf durch wenige Fragen und bringt dem Labor mehrere Vorteile:
- Vorauswahl: Fragen zu Ausbildung, Schwerpunkt und Berufserfahrung zeigen schnell, ob ein Kandidat geeignet ist. Der Aufwand für die Sichtung sinkt.
- Erreichbarkeit rund um die Uhr: Interessenten können sich nach Feierabend bewerben und erhalten sofort die wichtigsten Informationen zur Stelle.
- Individuelle Reaktion: Der Dialog geht auf die Angaben des Bewerbers ein und wirkt dadurch persönlicher als ein Formular.
- Hinweise auf Bewerberwünsche: Die Antworten zeigen, welche Fragen und Erwartungen häufig vorkommen. Damit lassen sich Anzeigen und Stellenprofil verbessern.
Nach der Vorqualifizierung liegt der nächste Schritt beim Labor. Rufen Sie passende Kandidaten zeitnah an und laden Sie sie zu einem Besuch im Labor ein. Viele Zahntechniker entscheiden sich erst, wenn sie Arbeitsplatz und Kollegen gesehen haben.
Wie Rankingdocs Dentallabore unterstützt
Rankingdocs arbeitet seit 2018 ausschließlich für Arbeitgeber im Gesundheitswesen, darunter Dentallabore auf der Suche nach Zahntechnikern. Wir bauen für Ihr Labor einen eigenen Bewerberpool auf, vermitteln bei akutem Bedarf direkt und übernehmen das Personalmarketing. Im Durchschnitt ist eine Stelle nach 25 bis 30 Tagen besetzt. Fallbeispiele finden Sie in unseren Referenzen und Erfahrungsberichten, den Ablauf auf der Seite zur Mitarbeitergewinnung.
Häufige Fragen
Warum finden Dentallabore so schwer Zahntechniker?
Die Belegschaften altern, die Zahl der Auszubildenden geht zurück und der Bedarf an zahntechnischen Leistungen steigt. Zusätzlich werben andere Branchen um dieselben Fachkräfte.
Welche Social-Media-Plattform eignet sich für die Suche nach Zahntechnikern?
Wir stellen auf Meta, also Facebook und Instagram, die größte Überschneidung mit der Zielgruppe fest. Dort lassen sich fast alle Berufsgruppen im Dentalbereich erreichen.
Was sollten Dentallabore in Kurzvideos zeigen?
Den Laboralltag, die eingesetzten Technologien und Verfahren und Mitarbeiter, die selbst über ihre Arbeit sprechen.
Wie werden Bewerber für ein Dentallabor vorqualifiziert?
Interessenten beantworten nach dem Klick auf die Anzeige einige Fragen zu Ausbildung, Schwerpunkt und Berufserfahrung. Das Labor erhält die Angaben als Kurzbewerbung und spart Zeit bei der Sichtung.
Wie lange dauert es, eine Stelle im Dentallabor zu besetzen?
In unseren Projekten ist eine Stelle im Durchschnitt nach 25 bis 30 Tagen besetzt.

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.
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