Mitarbeitergewinnung in der Orthopädie: Bewährte Strategien

Orthopädische Praxen finden MFA und MTRA kaum noch über Stellenanzeigen. Diese Wege führen zu Bewerbungen von fest angestellten Fachkräften.

Das Wichtigste in Kürze
  • MFA und MTRA für die Orthopädie sind fast alle fest angestellt und lesen keine Stellenanzeigen.
  • Eine ehrliche Arbeitgebermarke ist die Grundlage, bevor eine Praxis Geld in Reichweite steckt.
  • Über Social Media erreicht eine Praxis wechselbereite Fachkräfte aus der Region und baut sich daraus einen eigenen Bewerberpool auf.
  • Bei akutem Bedarf hilft die Direktvermittlung, für die langfristige Sichtbarkeit das Personalmarketing mit Imagefilm und Karriereseite.

Orthopädische Praxen suchen vor allem medizinische Fachangestellte, viele zusätzlich MTRA für die Röntgendiagnostik. Beide Berufsgruppen sind über Stellenanzeigen kaum noch zu erreichen, weil fast alle Fachkräfte in einer festen Anstellung arbeiten. Gleichzeitig wächst der Bedarf: Die Bevölkerung wird älter, und chronische Erkrankungen des Bewegungsapparats nehmen zu.

Für Praxisinhaber hat das spürbare Folgen. Terminmanagement und Patientenbetreuung lassen sich mit einem unterbesetzten Team schwerer organisieren, und jede Kündigung trifft die Praxis härter als früher. Dieser Beitrag beschreibt, wie orthopädische Praxen sich als Arbeitgeber aufstellen und über welche Wege sie heute zu Bewerbungen kommen.

Viele orthopädische Praxen suchen Personal: die Folgen des Arbeitnehmermarktes

Der Fachkräftemangel hat einen Arbeitnehmermarkt entstehen lassen. Qualifizierte MFA können zwischen mehreren Angeboten wählen und müssen sich dafür nicht einmal aktiv bewerben. In der Orthopädie kommt hinzu, dass die Arbeit anspruchsvoll ist: viel Diagnostik, hohe Patientenzahlen und eine enge Abstimmung mit Therapeuten.

Bleibt eine Stelle über Monate offen, trägt das bestehende Team die Mehrarbeit. Überlastete Mitarbeiter fallen häufiger krankheitsbedingt aus, wodurch sich die Lage weiter verschärft. Patienten warten länger auf Termine, und die Praxis kann weniger Behandlungen anbieten. Was eine unbesetzte Stelle pro Monat kostet, können Sie mit unserem Vakanzkostenrechner für Arztpraxen überschlagen.

Praxen in kleineren Städten und auf dem Land konkurrieren außerdem mit Kliniken und großen Gesundheitszentren, die mit Zusatzleistungen werben. Eine Stellenanzeige zu schalten und auf Bewerbungen zu warten, reicht in diesem Umfeld selten aus. Wie die Suche nach medizinischen Fachangestellten allgemein funktioniert, haben wir im Beitrag MFA finden beschrieben.

Eine klare Arbeitgebermarke hebt Ihre Praxis ab

Eine Arbeitgebermarke beschreibt aus Sicht der Bewerber, weshalb es sich lohnt, in dieser Praxis zu arbeiten. Die Gründe liegen meist in Dingen, die im Alltag selbstverständlich geworden sind. Das kann der wertschätzende Umgang im Team sein, die moderne technische Ausstattung oder die Möglichkeit, sich regelmäßig fortzubilden.

Halten Sie diese Punkte schriftlich fest und verwenden Sie sie überall, wo Bewerber Ihre Praxis kennenlernen: auf der Website, in den sozialen Medien und im Vorstellungsgespräch. Bewerber merken schnell, ob das Bild zur Wirklichkeit passt. Spätestens am Probearbeitstag sprechen sie mit Ihrem Team.

Deshalb gehört zur Arbeitgebermarke auch die Arbeit nach innen. Teamevents, flexible Arbeitszeiten und Entwicklungsmöglichkeiten binden die vorhandenen Mitarbeiter und machen die Praxis zugleich für neue interessant. In einem Arbeitnehmermarkt bewirbt sich die Praxis bei den Fachkräften, und zufriedene Mitarbeiter sind dabei das stärkste Argument.

Über Social Media erreichen Sie fest angestellte Fachkräfte

Aktiv suchende Bewerber sind nur ein kleiner Teil des Marktes. Deutlich größer ist die Gruppe der MFA und MTRA, die eine Stelle haben, mit ihr aber nicht ganz zufrieden sind. Diese Fachkräfte lesen keine Jobportale. Sie nutzen jedoch Facebook und Instagram, und dort lassen sie sich mit Anzeigen in der eigenen Region ansprechen.

Gut funktionieren Inhalte, die den Praxisalltag zeigen. Fotos und kurze Videos vom Team, von den Räumen und von einem typischen Arbeitstag vermitteln mehr als eine Liste mit Anforderungen. Nennen Sie konkret, was Sie bieten, etwa die Arbeitszeiten, Fortbildungen oder die Aufgabenverteilung im Team. Solche Angaben bringen Fachkräfte dazu, über einen Wechsel nachzudenken, obwohl sie nicht gesucht haben.

Social Media ist außerdem ein Kanal für Rückfragen. Wer auf Kommentare und Nachrichten zügig antwortet, senkt die Hemmschwelle für eine Bewerbung. Bezahlte Anzeigen haben gegenüber klassischer Werbung zwei praktische Vorteile: Sie erreichen gezielt Personen im Einzugsgebiet der Praxis, und die Ergebnisse lassen sich laufend auswerten. Anzeigen, die wenig Resonanz bringen, werden ausgetauscht.

Automatisierte Vorqualifizierung entlastet die Praxis

Viele Interessenten springen ab, wenn sie erst einen Lebenslauf heraussuchen und ein Anschreiben formulieren müssen. Wir setzen deshalb auf eine automatisierte Vorqualifizierung. Interessenten beantworten am Smartphone wenige Fragen zu Ausbildung, Berufserfahrung, besonderen Qualifikationen und gewünschten Arbeitszeiten. Das funktioniert auch abends oder am Wochenende, wenn die Praxis geschlossen ist.

Für die Praxis hat das einen einfachen Nutzen. Weitergeleitet werden nur Kandidaten, die die Grundanforderungen der Stelle erfüllen. Die Sichtung unpassender Bewerbungen entfällt weitgehend, und der Praxisinhaber kann seine Zeit für die Gespräche mit geeigneten Kandidaten verwenden. Wichtig bleibt der nächste Schritt: Wer sich beworben hat, sollte zeitnah einen Anruf aus der Praxis bekommen.

Drei Wege zu neuem Personal für die Orthopädie

Social Recruiting ist einer von mehreren Kanälen. In unserer Arbeit mit Praxen haben sich drei Wege bewährt, die sich je nach Situation ergänzen.

Der erste Weg ist der eigene Bewerberpool. Die Praxis spricht kontinuierlich passende Fachkräfte aus der Region an, auch jene in fester Anstellung. Alle Bewerber werden vorqualifiziert und bleiben im Pool. Wird später eine Stelle frei, lassen sich frühere Interessenten erneut ansprechen, ohne dass die Suche bei null beginnt.

Der zweite Weg ist die Direktvermittlung. Bei akutem Bedarf, zum Beispiel nach einer kurzfristigen Kündigung, schlagen wir Kandidaten aus unserem bundesweiten Kandidaten-Pool vor. Das spart die Anlaufzeit einer Kampagne.

Der dritte Weg ist das Personalmarketing aus einer Hand. Dazu gehören ein Arbeitgeber-Imagefilm, die laufende Präsenz in den sozialen Medien und eine Karriereseite, auf der Bewerber alle Informationen zur Praxis finden. Diese Bausteine sorgen dafür, dass die Arbeitgebermarke auch außerhalb einzelner Kampagnen sichtbar bleibt.

So unterstützt Rankingdocs orthopädische Praxen

Rankingdocs arbeitet seit 2018 ausschließlich für das Gesundheitswesen und begleitet orthopädische Praxen bei der Mitarbeitergewinnung. In der Regel gehen die ersten qualifizierten Bewerbungen 10 bis 14 Tage nach Projektstart ein, und im Durchschnitt ist eine Stelle nach 25 bis 30 Tagen besetzt. Unsere Kunden erhalten eine schriftliche Einstellungsgarantie. Erfahrungsberichte aus Praxen verschiedener Fachrichtungen finden Sie unter Referenzen.

Häufige Fragen

Warum finden orthopädische Praxen über Stellenanzeigen kaum noch MFA?

Die meisten MFA und MTRA sind fest angestellt und suchen nicht aktiv. Stellenanzeigen auf Jobportalen sehen nur Fachkräfte, die bereits auf der Suche sind.

Was macht eine orthopädische Praxis als Arbeitgeber attraktiv?

Genannt werden häufig ein wertschätzender Umgang im Team, moderne Ausstattung, planbare Arbeitszeiten und Fortbildungen. Wichtig ist, dass die Praxis nach außen nur zeigt, was im Alltag auch stimmt.

Wie erreicht eine Praxis Fachkräfte, die nicht aktiv suchen?

Über Anzeigen auf Facebook und Instagram, die in der Region ausgespielt werden. Fotos und kurze Videos aus dem Praxisalltag wecken Interesse bei Fachkräften, die mit ihrer aktuellen Stelle unzufrieden sind.

Was bringt eine automatisierte Vorqualifizierung?

Interessenten beantworten wenige Fragen zu Ausbildung, Erfahrung und Arbeitszeiten direkt am Smartphone. Die Praxis erhält nur Bewerbungen, die die Grundanforderungen erfüllen, und spart Zeit bei der Sichtung.

Wie schnell lässt sich eine offene Stelle in der Orthopädie besetzen?

In unseren Projekten kommen die ersten qualifizierten Bewerbungen in der Regel 10 bis 14 Tage nach Projektstart. Im Durchschnitt ist eine Stelle nach 25 bis 30 Tagen besetzt.

Sebastian Weidner
Über den AutorSebastian Weidner

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.

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Sebastian WeidnerGründer und Geschäftsführer · Newsletter einmal pro Woche

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