- Ein Lead Magnet ist ein kostenloses Angebot, für das ein Interessent seine E-Mail-Adresse hinterlässt.
- Er muss zur Zielgruppe und zum Produkt passen, ein Problem lösen und sofort nutzbar sein.
- Über eine Landingpage ohne Ablenkung und ein kurzes Formular lassen sich Interessenten gewinnen und vorqualifizieren.
- Das Double-Opt-in-Verfahren bestätigt die E-Mail-Adresse und verringert den Anteil der Kontakte ohne ernsthaftes Interesse.
Lead Magnets gehören zu den wirksamsten Mitteln, um Kontaktdaten von Interessenten zu gewinnen. E-Mail-Marketing wird regelmäßig für tot erklärt. Unsere Erfahrung zeigt das Gegenteil: Wer Interessenten per E-Mail über längere Zeit begleitet, gewinnt mehr Kunden und bindet sie länger. Im Folgenden lesen Sie, was ein Lead Magnet ist, wofür Sie ihn benötigen und wie er in der Praxis aussieht.
Definition: Lead Magnet
Ein Lead Magnet ist ein Anreiz, der einen potenziellen Käufer dazu bewegt, seine Kontaktdaten anzugeben. Meist geht es um die E-Mail-Adresse. Der Interessent tauscht sie nur dann ein, wenn ihm der Lead Magnet einen echten Mehrwert bietet. In der Regel handelt es sich um hochwertige Inhalte, die ein späteres Produkt in stark verkürzter Form vorwegnehmen oder es ergänzen.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Lead Magnets sind:
- Relevanz für die Zielgruppe
- Bezug zum Produkt oder Unternehmen
- Spürbarer Mehrwert
- Sofortiger Nutzen
Ein wirksamer Lead Magnet ist also auf die Zielgruppe abgestimmt und löst eines ihrer Probleme. Der Interessent kann ihn direkt nach der Anmeldung verwenden.
Wofür Sie einen Lead Magnet benötigen
Wer sein Geschäft online ausbauen möchte, braucht eine E-Mail-Liste mit Interessenten. Menschen überlassen ihre E-Mail-Adresse aber niemandem ohne Gegenleistung. Der Lead Magnet ist diese Gegenleistung. Im Verkaufsprozess, dem Sales Funnel, bereitet er den Interessenten auf den nächsten Schritt vor, etwa auf ein günstiges Einstiegsprodukt, das sogenannte Tripwire.
Mit einem Lead Magnet lässt sich außerdem messen, wie gut Ihre Interessentengewinnung funktioniert. Dazu setzen Sie die Zahl der gewonnenen E-Mail-Adressen ins Verhältnis zu den Besuchern der Seite. Das Ergebnis ist die Conversion-Rate.
Ein Lead Magnet eignet sich auch zur Vorqualifizierung. Im Formular können Sie zum Beispiel abfragen, für welches Produkt sich jemand interessiert. Mit dieser Angabe stimmen Sie die folgenden E-Mails genauer ab. Fragen Sie nur ab, was Sie tatsächlich benötigen, denn jedes zusätzliche Feld senkt die Zahl der Anmeldungen.
Ideen für Lead Magnets
Lead Magnets gibt es in vielen Formen. Welche Variante zu Ihrer Zielgruppe und Ihrem Verkaufsprozess passt, müssen Sie im Einzelfall entscheiden. Meist handelt es sich um Inhalte, die dem Interessenten einen spürbaren Nutzen bieten. Wie Sie solche Inhalte so aufbereiten, dass sie auch über Suchmaschinen gefunden werden, beschreiben wir im Beitrag über SEO-Content.
Häufige Lead Magnets sind:
- Checkliste
- Kostenlose Demoversion
- Gewinnspiel
- Gutschein
- Infografik
- E-Book
- Hörbuch
- Video-Kurs
- Kurzanleitung mit schnell umsetzbaren Tipps
- Whitepaper
Im Idealfall löst ein Lead Magnet ein Problem der Zielgruppe und belegt zugleich Ihre Fachkenntnis auf diesem Gebiet. Welcher Lead Magnet am besten funktioniert, finden Sie durch Testen heraus. Erstellen Sie zwei Varianten und messen Sie in einem A/B-Test, welche die höhere Conversion-Rate erreicht.
Wir nutzen Lead Magnets auch selbst. Unter Gratis-Downloads finden Praxisinhaber unsere Leitfäden zu Recruiting und Mitarbeiterbindung.
Landingpage zur Platzierung des Lead Magnets
Ein Lead Magnet wird in der Regel in der Mitte des Sales Funnels platziert. Er kann am Ende eines Blogbeitrags stehen oder auf einer eigenen Landingpage, die auch Opt-in-Seite genannt wird. Besucher erreichen diese Seite über einen Blogbeitrag, über die organische oder bezahlte Suche oder über Social Media.
Eine Landingpage hat den Vorteil, dass sie auf ein einziges Ziel ausgerichtet ist. Es gibt keine Navigation und keine Inhalte, die vom Formular ablenken. Der Besucher weiß sofort, was er tun soll, nämlich den Lead Magnet anfordern. Das erhöht die Conversion-Rate.
Warm Leads von Cold Leads trennen
Ein begehrter Lead Magnet zieht auch Menschen an, die kein Interesse an Ihrem Produkt haben und nur den kostenlosen Inhalt mitnehmen wollen. Diese sogenannten Cold Leads verfälschen die Conversion-Rate. Sie binden außerdem Ressourcen, weil die folgenden E-Mails bei ihnen keine Aussicht auf Erfolg haben.
Das Double-Opt-in-Verfahren verringert diesen Anteil. Nach der Anmeldung erhält der Interessent eine E-Mail mit einem Bestätigungslink und bekommt den Lead Magnet erst nach dem Klick. In Deutschland ist dieses Verfahren ohnehin üblich, weil Sie damit die Einwilligung in den E-Mail-Versand nachweisen können. Alle Cold Leads hält es nicht fern, aber ihre Zahl sinkt.
Lead Magnet: Praxisbeispiele
Lead Magnets sind gängige Praxis und werden von Unternehmen jeder Größe eingesetzt. Die bekannteste Form sind Gewinnspiele, bei denen Teilnehmer ihre Kontaktdaten hinterlegen. Lidl bietet zum Beispiel die Chance auf Gewinne im Tausch gegen die E-Mail-Adresse.
Auch eine kostenlose Demoversion einer Software kann als Lead Magnet dienen. Bei Tableau Software testen Interessenten das Programm, nachdem sie ihre E-Mail-Adresse angegeben haben.
Gratis-Produkte sind ein weiterer Anreiz. Word-Vorlagen.com baut seine E-Mail-Liste auf, indem es kostenlose Vorlagen gegen eine Anmeldung bereitstellt.
Mehr Kunden dank Lead Magnet
Wer seine Kundenbasis online ausbauen möchte, braucht die E-Mail-Adressen möglichst vieler ernsthafter Interessenten. Ein Lead Magnet liefert sie, wenn er auf die Zielgruppe abgestimmt ist, einen spürbaren Mehrwert bietet und sofort verfügbar ist. Messen Sie die Conversion-Rate, testen Sie verschiedene Varianten und bestätigen Sie jede Adresse per Double-Opt-in.
Häufige Fragen
Was ist ein Lead Magnet?
Ein Lead Magnet ist ein Anreiz, meist ein kostenloser Inhalt, für den ein potenzieller Kunde seine Kontaktdaten angibt. In der Regel ist das die E-Mail-Adresse.
Welche Eigenschaften hat ein guter Lead Magnet?
Er ist für die Zielgruppe relevant, hat einen Bezug zum Produkt oder Unternehmen, bietet einen spürbaren Mehrwert und lässt sich sofort nutzen.
Welche Formate eignen sich als Lead Magnet?
Verbreitet sind Checklisten, E-Books, Whitepaper, Infografiken, Video-Kurse, kostenlose Demoversionen, Gutscheine und Gewinnspiele. Welches Format am besten funktioniert, zeigt ein A/B-Test.
Wo wird ein Lead Magnet platziert?
Entweder am Ende eines Blogbeitrags oder auf einer eigenen Landingpage. Die Landingpage hat den Vorteil, dass nichts vom Formular ablenkt.
Wozu dient das Double-Opt-in-Verfahren?
Der Interessent bestätigt seine E-Mail-Adresse über einen Link, bevor er den Lead Magnet erhält. Das belegt die Einwilligung in den E-Mail-Versand und verringert die Zahl der Kontakte ohne ernsthaftes Interesse.

Sebastian Weidner ist Gründer und Geschäftsführer von Rankingdocs. Seit 2018 unterstützt er mit seinem Team Praxen, Kliniken und Unternehmen im Gesundheitswesen bei der Mitarbeiter- und Patientengewinnung.
Mehr über den Autor

